Ratgeber

Betriebliche Gesundheitsförderung: Fitnesscontainer & Steuern

Betriebliche Gesundheitsförderung mit eigenem Fitnessraum: was steuerfrei ist, wofür die 600 € gelten, Größe je Team. Gym Box ab 30.300 € zzgl. MwSt.

Gym Assistance Team 15 min read
Betriebliche Gesundheitsförderung: Fitnesscontainer & Steuern

Sie wollen etwas für die Gesundheit Ihrer Belegschaft tun – und zwar mehr als einen Obstkorb. Zwei Wege liegen nahe: ein Firmenfitness-Programm mit Zugang zu externen Studios oder ein eigener Fitnessraum am Standort. Wer im Gebäude keinen freien Raum hat, landet schnell beim Fitnesscontainer: einem gedämmten, fertig ausgestatteten Modul, das neben Büro, Halle oder Parkplatz steht.

Bevor Sie kalkulieren, lohnt ein genauer Blick auf die Steuern. Oft liest man „bis 600 € pro Mitarbeiter steuerfrei“ – für einen Fitnessraum stimmt das so nicht. Dieser Ratgeber sortiert, was 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich gilt, wie groß der Raum sein sollte, was er kostet und wie Sie ihn im Alltag organisieren.

Hinweis: Dieser Beitrag fasst die zitierten Vorschriften und Verwaltungsaussagen zusammen (Stand September 2026). Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung – klären Sie Ihren Einzelfall mit Ihrem Steuerberater.


Das Wichtigste in Kürze

Eigener Fitnessraum: Sport- und Übungsgeräte, Einrichtung und bauliche Maßnahmen gelten nach Verwaltungsauffassung als Leistungen im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse – in der Regel kein Arbeitslohn.
600 € nach § 3 Nr. 34 EStG: für zertifizierte Präventionskurse und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – nicht für Geräte, bauliche Maßnahmen oder Fitnessstudio-Beiträge.
Firmenfitness-Programme: grundsätzlich Arbeitslohn; die 50-€-Sachbezugsfreigrenze kann greifen.
Österreich: Die Benützung von Sportanlagen, die der Arbeitgeber allen oder bestimmten Gruppen von Mitarbeitenden zur Verfügung stellt, ist nach § 3 Abs. 1 Z 13 lit. a EStG 1988 steuerfrei.
Kosten: Gym Box ab 30.300 € zzgl. MwSt. (7×3 m, 21 m²) – passend für Standorte mit bis zu ca. 25 Mitarbeitenden, wenn 1–2 Personen gleichzeitig trainieren.


Betriebliche Gesundheitsförderung, BGM, Firmenfitness – kurz sortiert

Drei Begriffe, die oft durcheinandergehen:

BegriffWas gemeint ist
BGM – betriebliches GesundheitsmanagementDas Dach: systematische Gesundheitsarbeit im Unternehmen, u. a. Arbeitsschutz, Eingliederungsmanagement und Gesundheitsförderung
BGF – betriebliche GesundheitsförderungTeil des BGM; Krankenkassen unterstützen sie nach § 20b SGB V
FirmenfitnessZugang zu externen Sport- und Gesundheitsangeboten über einen Anbieter, bezahlt vom Arbeitgeber

Ein eigener Fitnessraum ist ein Baustein im BGM. Er wirkt am besten, wenn er nicht allein steht, sondern mit Einweisung, Kursen und interner Kommunikation verbunden wird – dazu unten mehr.


Eigener Fitnessraum oder Firmenfitness-Programm?

Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Welches passt, hängt vor allem davon ab, wo Ihre Leute arbeiten.

KriteriumEigener Fitnessraum / FitnesscontainerFirmenfitness-Programm
OrtDirekt am Standort – vor Schichtbeginn, in der Pause, nach FeierabendExterne Studios, oft wohnortnah
KostenEinmalige Investition (oder Leasingrate) + BetriebLaufender Beitrag je angemeldeter Person
Lohnsteuer (DE)Geräte und Raum im eigenbetrieblichen Interesse: in der Regel kein ArbeitslohnGrundsätzlich Arbeitslohn, ggf. 50-€-Freigrenze
SichtbarkeitTäglich präsent – auch beim Rundgang mit BewerbernIm Arbeitsalltag unsichtbar
Passt gut fürViele Mitarbeitende an einem Standort, Schicht- und ProduktionsbetriebeVerteilte Teams, viel Homeoffice, viele kleine Standorte

Kombinieren geht auch: ein Fitnesscontainer am Hauptstandort, Firmenfitness für Außendienst und Homeoffice.

Ehrlich gesagt lohnt sich der eigene Raum nicht, wenn nur wenige Menschen regelmäßig vor Ort sind oder niemand Verantwortung für Reinigung, Regeln und Wartung übernehmen will. Ein leerer Raum ist kein Benefit.


Steuern in Deutschland: Was 2026 wirklich gilt

1. Der Fitnessraum selbst – in der Regel kein Arbeitslohn

Stellt der Arbeitgeber einen Fitnessraum mit Geräten unentgeltlich zur Verfügung, ist das nach Auffassung der Finanzverwaltung eine Leistung im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse. Im BMF-Schreiben vom 20. April 2021 zur Gesundheitsförderung werden dafür ausdrücklich Aufwendungen für Sport- und Übungsgeräte, Einrichtungsgegenstände und bauliche Maßnahmen genannt. Die Techniker Krankenkasse fasst es für Arbeitgeber so zusammen: Maßnahmen aus überwiegend eigenbetrieblichem Interesse – als Beispiel nennt sie den betriebseigenen Fitnessraum – sind steuer- und beitragsfrei und laufen nicht über die 600-€-Grenze.

Drei Punkte aus der Praxis:

Offen für die Belegschaft. Unsere Empfehlung: Stellen Sie den Raum allen Mitarbeitenden am Standort zur Verfügung. Ein exklusiver Zugang nur für einzelne Personen lässt sich schwerer als betriebliches Interesse begründen – lassen Sie ein solches Modell vorab prüfen.
Anlage auf dem eigenen Gelände statt angemieteter Fremdanlage. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die unentgeltliche Nutzung von Tennis- und Squashplätzen, die der Arbeitgeber bei Dritten angemietet hat, Arbeitslohn ist (BFH, Urteil vom 27.09.1996, VI R 44/96). Werden Sportstätten Dritter angemietet und den Beschäftigten überlassen, spricht also mehr für Arbeitslohn als bei einem Raum, den Sie selbst auf dem Firmengelände betreiben. Ob ein geleastes Modul steuerlich wie ein eigener Fitnessraum behandelt wird, lassen Sie vorab vom Steuerberater bestätigen.
Sicherheit vorab. Das Betriebsstättenfinanzamt muss auf Anfrage Auskunft geben, ob und inwieweit die Lohnsteuervorschriften im Einzelfall anzuwenden sind – die Anrufungsauskunft nach § 42e EStG.

Die Investition selbst – Kauf mit Abschreibung oder Leasing mit Raten als Betriebsausgabe – behandeln wir ausführlich im Beitrag Fitnessstudio als Betriebsausgabe.

2. Die 600-€-Regel (§ 3 Nr. 34 EStG) – wofür sie gilt

Nach § 3 Nr. 34 EStG sind Leistungen des Arbeitgebers zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit in Betrieben steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden, hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen und 600 € im Kalenderjahr nicht übersteigen.

MaßnahmeSteuerfrei nach § 3 Nr. 34 EStG?
Zertifizierte Präventionskurse (z. B. Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung)✔ Ja, bis 600 € pro Person und Jahr
Nicht zertifizierte, verhaltensbezogene Angebote im Rahmen eines BGF-Prozesses im Betrieb, die die Kriterien des Leitfadens Prävention erfüllen✔ Ja, bis 600 € pro Person und Jahr
Mitgliedsbeiträge für Fitnessstudios und Sportvereine✘ Nein
Maßnahmen ausschließlich zum Erlernen einer Sportart✘ Nein
Sportgeräte, Einrichtung, bauliche Maßnahmen (Fitnessraum)✘ Nein – aber in der Regel ohnehin kein Arbeitslohn (siehe oben)

Die Brücke zum Fitnessraum: Zertifizierte Kurse können laut TK auch im Betrieb stattfinden, sofern die eingekaufte Leistung zertifiziert ist. Ein Fitnesscontainer auf dem Firmengelände kann also der Ort sein, an dem ein zertifizierter Bewegungskurs läuft. Steuerfrei bis 600 € ist dann der Kurs – nicht der Raum.

Wichtig: „Zusätzlich“ heißt nach § 8 Abs. 4 EStG unter anderem, dass die Leistung nicht auf den Arbeitslohn angerechnet und der Lohnanspruch nicht zu ihren Gunsten herabgesetzt wird. Eine Finanzierung per Gehaltsumwandlung scheidet damit aus.

3. Firmenfitness-Programme – Arbeitslohn mit 50-€-Freigrenze

Mit Verfügung vom 4. März 2026 (S 2334.1.1-64/13 St36) hat das Bayerische Landesamt für Steuern seine Sicht auf Firmenfitness-Programme präzisiert. Es handelt sich um eine Verwaltungsanweisung für die bayerischen Finanzämter – wie Ihr Finanzamt verfährt, klären Sie mit Ihrem Steuerberater. Die Kernaussagen:

➜ Die Nutzung eines Firmenfitness-Angebots ist grundsätzlich ein geldwerter Vorteil und damit Arbeitslohn
➜ Der Vorteil entsteht bei Beschäftigten, die sich für das Programm registriert haben – unabhängig davon, wie oft sie trainieren
➜ Fehlt ein vergleichbarer Marktpreis, wird anhand der tatsächlichen Kosten des Arbeitgebers bewertet – einschließlich Umsatzsteuer und Nebenkosten
➜ Die Sachbezugsfreigrenze von 50 € im Monat (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) kann angewendet werden, sofern ihre Voraussetzungen erfüllt sind

Beachten Sie: Die 50 € gelten laut Gesetz insgesamt für alle nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG bewerteten Sachbezüge eines Monats. Wer bereits Gutscheine oder andere Sachbezüge gewährt, hat womöglich keinen Spielraum mehr.

4. Krankenkassen – Partner im BGF-Prozess

Nach § 20b SGB V fördern die Krankenkassen den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in Betrieben. Sie erheben – unter Beteiligung der Versicherten, der Verantwortlichen im Betrieb, der Betriebsärzte und der Fachkräfte für Arbeitssicherheit – die gesundheitliche Situation, entwickeln Verbesserungsvorschläge und unterstützen deren Umsetzung.

Die Krankenkassen Ihrer Beschäftigten sind damit ein guter erster Ansprechpartner für Analyse, Beratung und passende Kursangebote. Raum und Geräte sollten Sie als eigene Investition einplanen; was Ihre Kasse konkret unterstützt, klären Sie direkt mit ihr.


Österreich und Schweiz

Österreich: § 3 Abs. 1 Z 13 lit. a EStG 1988 stellt den geldwerten Vorteil aus der Benützung von Einrichtungen und Anlagen steuerfrei, die der Arbeitgeber allen oder bestimmten Gruppen von Mitarbeitenden zur Verfügung stellt – Sportanlagen werden im Gesetz ausdrücklich als Beispiel genannt. Einen festen Höchstbetrag sieht diese Bestimmung nicht vor. Nach den Lohnsteuerrichtlinien (LStR 2002 Rz 77) kann es sich um eigene oder vom Arbeitgeber angemietete Anlagen handeln. Die Grenze: Zahlt der Arbeitgeber dem Betreiber eines externen Fitnesscenters eine Pauschale, damit die Beschäftigten es nutzen können, ist das laut LStR ein steuerpflichtiger Vorteil. Lassen Sie Ihr Modell von Ihrer Steuerberatung prüfen.

Schweiz: Nach der Wegleitung zum Lohnausweis der ESTV (gültig ab 1. Januar 2026, Rz 72) müssen Beiträge an Vereins- und Clubmitgliedschaften bis CHF 1.000 im Einzelfall nicht deklariert werden – ausdrücklich nicht aber Abonnemente für Fitnessclubs. Eine Regel für einen betriebseigenen Trainingsraum enthält diese Aufzählung nicht. Klären Sie die Behandlung mit Ihrer kantonalen Steuerverwaltung oder Ihrem Treuhänder.


Wie groß muss der Fitnessraum sein?

Entscheidend ist nicht die Kopfzahl im Unternehmen, sondern wie viele Menschen gleichzeitig trainieren – typischerweise vor Schichtbeginn, in der Mittagspause und nach Feierabend. Als Orientierung:

Mitarbeitende am StandortFlächePassende LösungAusstattung (Beispiel)
bis ca. 2520–30 m²Gym Box 7×3 (21 m²), 8×3 (24 m²) oder 6×5 (30 m²)2 Cardio-Geräte, Kurzhanteln, Hantelbank, Multifunktionsgerät, Spiegel
bis ca. 6040–60 m²Gym Box nach Maß (Einzelmodul bis 12×4 m = 48 m²) oder zwei Module4–5 Cardio-Geräte, Power Rack, Kraftmaschinen, Dehnzone
100+ oder Produktionsbetriebab 80 m²Mehrere verbundene Module oder Umbau bestehender RäumeCardio- und Kraftzone, Kursfläche, Umkleide und Sanitärbereich

Wollen Sie im Raum auch Kurse anbieten, planen Sie eine freie Fläche für Matten ein – eine Kursgruppe braucht deutlich mehr Platz als zwei Laufbänder. Wie sich 40 m² in Zonen aufteilen lassen, zeigen wir im Beitrag Gym Box 10×4 für gewerbliche Nutzung. Alle Standardgrößen nebeneinander: Größen vergleichen.


Was kostet ein Fitnesscontainer für die Belegschaft?

Anschaffung

ModellFlächePreis
Gym Box 7×3 (Basis)21 m²ab 30.300 € zzgl. MwSt.
Gym Box 8×3 (Basis)24 m²ab 34.900 € zzgl. MwSt.
Gym Box 6×5 (Basis)30 m²ab 41.900 € zzgl. MwSt.
Gym Box 7×5 (Basis)35 m²ab 48.900 € zzgl. MwSt.
Gym Box 8×3 komplett – Basic / Standard / Premium24 m²ab 41.700 € / 52.600 € / 69.300 € inkl. MwSt.
Gym Box nach Maß, z. B. 12×4 m48 m²ab 74.400 € inkl. MwSt. – schlüsselfertig inkl. Lieferung und Montage, Ausstattung separat
Zwei Module in L-Form50–70 m²ab 94.700 € inkl. MwSt. – schlüsselfertig inkl. Lieferung und Montage, Ausstattung separat

Bei den Standardmodellen kommen je nach Standort hinzu:

Lieferung in den DACH-Raum (Spedition und Kran): typisch 7.000–12.000 €, je nach Entfernung
Fundament (Betonblöcke oder Bodenplatte): Richtwert 2.000–5.000 €, je nach Bodenverhältnissen
Anschlüsse: Strom 230/400 V, bei Sanitärbereich zusätzlich Wasser und Abwasser

Die vollständige Preisliste mit Zusatzausstattung finden Sie im Beitrag Was kostet ein Container-Fitnessstudio 2026.

Laufende Kosten

Strom für Heizung und Klimaanlage – realistische Werte: Stromkosten einer Gym Box
Reinigung – intern organisiert oder über Ihren Gebäudedienstleister
Wartung – Serviceverträge für Unternehmen mit Inspektion alle 3 oder 6 Monate und Reaktion auf Defekte innerhalb von 48 Stunden; Preis je nach Umfang und Geräteanzahl – für ein einzelnes Gym-Box-Modul liegen unsere jährlichen Servicepakete typischerweise zwischen 900 und 1.500 € zzgl. MwSt.
Versicherung – siehe unten

Leasing statt Einmalzahlung

ModellNettokaufpreis (Richtwert)LaufzeitAnzahlungMonatsrate netto (Richtwert)
Gym Box 7×3ca. 44.000 €36 Monate10 %ca. 1.140–1.300 €
Gym Box 6×5ca. 64.000 €48 Monate10 %ca. 1.320–1.480 €

Richtwerte aus unserer Finanzierungsübersicht; Kaufpreis und Rate hängen von Ausstattung, Bonität und Leasinggeber ab.

Beim operativen Leasing sind die Raten in der Regel Betriebsausgabe. Details zu Voraussetzungen und Ablauf: Finanzierung für Unternehmens-Fitnessstudios und Fitnesscontainer leasen. Sie schwanken noch zwischen den Modellen? Lesen Sie Fitnesscontainer mieten, leasen oder kaufen?.

Zeitplan

Die Produktion dauert 4–6 Wochen; vom Vertrag bis zum ersten Training rechnen Sie in Deutschland und Österreich mit 8–12 Wochen, in der Schweiz inkl. Verzollung mit 10–14 Wochen. Prüfen Sie parallel mit dem Bauamt, ob das Modul auf Ihrem Grundstück genehmigungspflichtig ist – die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland: Genehmigung für ein Container-Gym.


Betrieb im Alltag: Zugang, Regeln, Versicherung, Service

Zugang. Bewährt haben sich digitale Schlösser mit Mitarbeiterkarte, PIN oder App: Nur berechtigte Personen kommen hinein, und beim Austritt sperren Sie den Zugang sofort. Wie das bei Modulen ohne Personal funktioniert, zeigt die Seite unbemanntes Fitnessstudio.

Betriebsrat. Gibt es einen Betriebsrat, binden Sie ihn früh ein. Nach § 87 Abs. 1 BetrVG bestimmt er unter anderem mit bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen (Nr. 6), sowie bei Form, Ausgestaltung und Verwaltung von Sozialeinrichtungen (Nr. 8). Ob Zugangssystem oder Fitnessraum darunter fallen, ist eine Frage des Einzelfalls – frühe Einbindung erspart Diskussionen.

Nutzungsordnung. Schriftliche Regeln schaffen Klarheit: Einweisung vor der ersten Nutzung, Hinweise zum Training ohne Aufsicht, Hygiene und Reinigung, Meldeweg für Defekte, Nutzungszeiten.

Versicherung. Denken Sie an zwei Ebenen:

Gesetzliche Unfallversicherung: Betriebssport ist laut DGUV versichert, wenn er dem Ausgleich für die Belastungen am Arbeitsplatz dient, regelmäßig stattfindet, einen klaren organisatorischen Bezug zum Unternehmen hat (z. B. vom Arbeitgeber gestellter Ort oder feste Zeiten) und die Teilnehmenden im Wesentlichen Beschäftigte sind. Ob auch freies Einzeltraining im Firmen-Fitnessraum darunter fällt, fragen Sie vorab bei Ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse nach.
Sach- und Haftpflichtversicherung: Modul, Geräte und Haftung gegenüber den Nutzenden gehören in die betriebliche Police. Worauf es ankommt: Container-Fitnessstudio versichern.

Service. Ein Raum, den viele Menschen nutzen, braucht regelmäßige Kontrolle. Wir bieten Unternehmen Serviceverträge mit Inspektion alle 3 oder 6 Monate – Seilzüge, Lager, Verschraubungen, Elektronik – und Reaktion auf Defekte innerhalb von 48 Stunden.


So setzen Sie das Projekt auf – in 6 Schritten

  1. Bedarf erheben. Kurze, anonyme Umfrage: Wer würde wann trainieren? Welche Angebote wünschen sich die Beschäftigten? Schichtmodelle mitdenken.
  2. Krankenkasse ansprechen. BGF-Beratung nach § 20b SGB V nutzen – für Analyse und passende Kursangebote.
  3. Standort und Größe festlegen. Stellfläche, Stromanschluss, Lkw-Zufahrt für die Anlieferung, ggf. Genehmigung.
  4. Steuer klären. Mit dem Steuerberater; bei Unsicherheit Anrufungsauskunft nach § 42e EStG.
  5. Betriebsrat und Regeln. Zugangssystem, Nutzungsordnung, Versicherung.
  6. Mit Programm starten. Einweisungstermine, feste Kurszeiten (zertifizierte Kurse bis 600 € steuerfrei), interne Kommunikation.

Lohnt sich das?

Belastbare Zahlen speziell für einen Firmen-Fitnessraum sind uns nicht bekannt – wohl aber zur betrieblichen Gesundheitsförderung insgesamt. Der iga.Report 28 der Initiative Gesundheit und Arbeit (Auswertung von rund 2.400 Studien, veröffentlicht 2015) kommt zu dem Ergebnis, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten durch BGF im Durchschnitt um ein Viertel sinken; pro investiertem Euro ließen sich rechnerisch 2,70 € durch geringere Fehlzeiten einsparen. Der Nutzen ist oft besonders hoch, wenn Programme mehrere Maßnahmen kombinieren.

Genau das ist der Punkt: Der Fitnesscontainer liefert die Infrastruktur – Einweisung, Kurse und Kommunikation machen daraus ein BGM-Angebot. Mehr zu Ausstattungsstufen und Ablauf für Arbeitgeber: BGM-Fitnessstudio für Unternehmen. Wie Sie Stellfläche, Fundament und Genehmigung Schritt für Schritt planen, zeigt der Beitrag Eigenes Fitnessstudio bauen mit dem Fitnesscontainer.


Häufige Fragen zum Fitnessraum für Mitarbeiter

Ist ein Fitnessraum für Mitarbeiter steuerfrei? In Deutschland gilt ein vom Arbeitgeber unentgeltlich bereitgestellter Fitnessraum mit Geräten nach Auffassung der Finanzverwaltung als Leistung im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse – in der Regel also kein Arbeitslohn. Das BMF-Schreiben vom 20. April 2021 nennt Sport- und Übungsgeräte, Einrichtungsgegenstände und bauliche Maßnahmen als Beispiele. Ihren Einzelfall klären Sie mit dem Steuerberater oder per Anrufungsauskunft beim Betriebsstättenfinanzamt (§ 42e EStG).

Gilt die 600-Euro-Regel nach § 3 Nr. 34 EStG für ein betriebliches Fitnessstudio? Nicht für den Raum selbst. Die 600 € pro Mitarbeiter und Kalenderjahr gelten für zertifizierte Präventionskurse und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach §§ 20, 20b SGB V. Sportgeräte, bauliche Maßnahmen und Mitgliedsbeiträge für Fitnessstudios fallen nicht darunter. Ein zertifizierter Kurs kann aber im firmeneigenen Fitnessraum stattfinden.

Kann der Arbeitgeber die Mitgliedschaft im Fitnessstudio steuerfrei bezahlen? Mitgliedsbeiträge fallen nicht unter § 3 Nr. 34 EStG. Bei Firmenfitness-Programmen kann die Sachbezugsfreigrenze von 50 € im Monat (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) greifen, wenn ihre Voraussetzungen erfüllt sind – sie gilt aber insgesamt für alle nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG bewerteten Sachbezüge eines Monats (z. B. Gutscheine). Für die bayerischen Finanzämter hat das Bayerische Landesamt für Steuern die Behandlung von Firmenfitness im März 2026 präzisiert.

Kann ein Fitnessstudio Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung sein? Ja – als Baustein. Ein Fitnessraum oder Fitnesscontainer auf dem Firmengelände ist in Deutschland nach Verwaltungsauffassung in der Regel kein Arbeitslohn, fällt aber nicht unter die 600 € nach § 3 Nr. 34 EStG. Steuerfrei bis 600 € pro Person und Jahr können zertifizierte Präventionskurse sein, die im Raum stattfinden. Krankenkassen unterstützen den BGF-Prozess nach § 20b SGB V mit Analyse und Beratung; Raum und Geräte planen Sie als eigene Investition ein.

Wie groß sollte ein Fitnessraum für 25 oder 50 Mitarbeiter sein? Als Orientierung: 20–30 m² für bis zu etwa 25 Mitarbeitende am Standort, 40–60 m² für bis zu etwa 60. Entscheidend ist, wie viele gleichzeitig trainieren. Die Gym Box 7×3 hat 21 m², die 6×5 30 m²; größere Flächen lösen wir mit einem Modul nach Maß (Einzelmodul bis 12×4 m) oder mehreren Modulen.

Was kostet ein Fitnesscontainer für Mitarbeiter? Die Gym Box kostet ab 30.300 € zzgl. MwSt. (7×3 m), ab 41.900 € zzgl. MwSt. (6×5 m) und ab 48.900 € zzgl. MwSt. (7×5 m). Komplett ausgestattete 8×3-Pakete gibt es ab 41.700 € inkl. MwSt. Hinzu kommen Lieferung und Fundament. Im Leasing liegt eine Gym Box 7×3 als Richtwert bei ca. 1.140–1.300 € netto im Monat (36 Monate).


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