Der Kunde
Paweł Kowalski arbeitet seit zehn Jahren als Personal Trainer. Begonnen hat er in Studios großer Fitnessketten, später leitete er mehrere Jahre Trainingseinheiten in den Wohnungen seiner Kunden und in angemieteten Räumen. Als seine wöchentliche Kundenbasis 30 Personen überschritt und die Warteliste auf zwei Monate angewachsen war, wusste Paweł: Es ist Zeit für ein eigenes Studio.
Er mietete eine Fläche von 180 m² in einem historischen Gebäude an der Piotrkowska-Straße – der zentralen Geschäftsstraße von Łódź. Zwei separate Räume mit getrennten Eingängen vom Flur, ideal um zwei Sessions parallel anbieten zu können. Der Plan war klar: ein Kraftraum für Klienten mit Fokus auf Kraft und Körperformung, ein Funktionsraum für allgemeines Athletiktraining, Mobility und HIIT.
Die Herausforderung: Altbau und Deckentragfähigkeit
Das Objekt befand sich in einem Mietshaus von 1912. Hölzerne Geschossdecken mit Ziegelfüllung. Die zulässige Belastung lag bei 250 kg/m² — für eine Wohnung viel, für ein Fitnessstudio wenig, in dem allein ein multifunktionaler Käfig bis zu 400 kg wiegen kann und ein Kurzhantelsatz weitere 500 kg.
Wir bezogen einen Tragwerksplaner ein. Die Analyse ergab: Mit einer geschickten Lastverteilung und der Wahl von Geräten mit geringerer Einzelmasse ist das Projekt umsetzbar. Die wichtigsten Entscheidungen:
- Modularer Käfig mit geringerer Masse statt monolithischer Bauweise, verteilt auf größere Fläche
- Verzicht auf eine Olympia-Hebeplattform zugunsten einer 40-mm-Gummimatte
- Kurzhantelablage geteilt auf zwei kleinere Racks (je 50 kg) statt eines großen
- Geräteanordnung gemäß der vom Tragwerksplaner erstellten Lastverteilungskarte
Raum 1 – Kraftbereich (90 m²)
Konzipiert als professionelle Zone für freie Gewichte und multifunktionale Maschinen:
Infrastruktur:
- 20-mm-Gummiboden vollflächig — Dämpfung und Schutz des historischen Bodens
- Spiegel an zwei Wänden (insgesamt 24 m² Spiegelfläche)
- LED-Beleuchtung 5000K, 600 lx — tageslichtähnliches Arbeitslicht
- Split-Klimaanlage 5 kW (Heizen + Kühlen)
- Mechanische Zu- und Abluftanlage
Ausstattung:
- Modularer 4-Stationen-Multifunktionskäfig mit Kabelzügen
- 2 Olympia-Hanteln 20 kg + Scheibensatz bis 300 kg
- Gummierte Kurzhanteln 2–50 kg in 2-kg-Schritten (25 Paare) auf gestuftem Rack
- 4 Bänke – 2 flache, 2 verstellbare FID
- Freistehender Hoch- und Tiefzug
- Leg Press in leichter Modulkonstruktion
- Modulare Hackenschmidt-Maschine
- Kettlebell-Rack: 8, 12, 16, 20, 24, 28, 32 kg
Raum 2 – Funktions- und Cardiobereich (90 m²)
Konzipiert für Gruppen-Sessions (bis 8 Teilnehmer) und Funktionstraining:
Infrastruktur:
- Sport-PVC-Boden 6 mm auf 10-mm-Gummimatte — leicht, dämpfend, leicht zu reinigen
- LED-Beleuchtung 4000K, dimmbar
- Audiosystem mit Deckenlautsprechern — 6 Lautsprecher, 200 W Verstärker
- Verdunklungsrollos an den Fenstern — Projektionsmöglichkeit für Video
Cardio-Ausstattung:
- 4 kommerzielle Laufbänder mit Touchscreen und antivibrierender Lagerung
- 2 stationäre Spinning-Bikes
- 2 Concept2-Ruderergometer – Modell D
Funktionsbereich:
- Sprossenwände entlang einer Wand (6 Module)
- TRX-System an Deckenschienen — 6 Stationen gleichzeitig nutzbar
- Medizinbälle 2–10 kg (Set aus 9 Stück)
- Plyo-Boxen — 3 Stück in 30/45/60 cm Höhe
- Widerstandsbänder (3 Stärken, je 5 Stück)
- EVA-Trainingsmatten — 12 Stück
- Faszienrollen und Mobility-Zubehör
Planung und Umsetzung
Von der Vision bis zur Ausführungsplanung vergingen drei Wochen — lang genug für eine solide Planung, kurz genug, um die gemietete Fläche nicht ohne Einnahmen brachliegen zu lassen. Die Umsetzung dauerte 6 Wochen: zwei Wochen Adaptionsarbeiten (Boden, Beleuchtung, Klima, Lüftung) und vier Wochen Lieferung und Montage der Geräte.
Eröffnung und die ersten Monate
Das Studio öffnete im Oktober. Paweł übernahm alle Bestandskunden und nahm zusätzlich 12 neue Kunden von der Warteliste auf. Bereits im ersten Betriebsmonat war der Terminkalender zu 85 % belegt.